Das Ende für Erdgas-Autos

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VW-Entwicklungschef Frank Welsch kündigt im Handelsblatt das Ende der Erdgas-Autos im VW-Konzern an. „Diese Autos bekommen keine Nachfolger mehr“, sagte Frank Welsch dem Handelsblatt. Das ist keine großartige Überraschung, da VW-Chef Herbert Diess vor einigen Wochen in Berlin schon den Fokus auf die Elektromobilität (batteriebetrieben) gesetzt hat. 

Geringer Absatz bei Erdgasfahrzeugen

Ein wichtiger Grund für das Ende der Erdgasfahrzeuge sind sicherlich die geringen Verkaufszahlen. „Die Resonanz am Markt ist nicht gewachsen“ sagte Welsch. Es sei auch nicht absehbar, dass man signifikant mehr Fahrzeuge verkaufen könne. 

In Zeiten von batteriebetriebenen E-Autos sind Erdgas-Autos bei Kunden weniger attraktiv. Ein weiteres Problem beim CNG-Antrieb („Compressed Natural Gas“) ist der geringe Beitrag zur Abgasreduzierung im Flottenziel. Der CNG-Antrieb ist zwar sauberer als gewöhnliche Verbrenner, leistet aber keinen signifikanten Beitrag zur CO2 Reduzierung im Flottenziel. In Wolfsburg setzt man nun die Hoffnungen auf die batteriebetriebene Elektromobilität und aktuell verkaufte Erdgasfahrzeuge bekommen keine Nachfolger mehr. 

Keine absehbare Zukunft für die Brennstoffzelle

Synthetische Kraftstoffe und der Wasserstoffantrieb haben bei VW zumindest in absehbarer Zeit ebenfalls keine große Zukunft mehr. “Da gibt es nur einige kleinere Forschungs- und Vorentwicklungsaktivitäten bei Audi„, sagte Frank Welsch dem Handelsblatt. Der Grund hierfür sei der geringe Wirkungsgrad. „Der Wirkungsgrad bei rein batteriegetriebenen Autos ist wesentlich größer“, sagte der VW-Chefentwickler. 

VW-Chef Diess hatte in seiner bereits erwähnten Rede zumindest angekündigt die Brennstoffzelle und andere alternativen Antriebe auf „Grundlevel” zu betrieben. Das ist wenigsten ein kleiner Lichtblick für Befürworter der Brennstoffzelle. Der geringe Wirkungsgrad der Brennstoffzelle macht sie relativ teuer. Man benötigt mehr Energie für weniger Strecke. Befürworter können allerdings anführen, dass man für die Brennstoffzelle keine schwere Batterie benötigt, deren Produktion mit Umweltschäden verbunden ist. Auch gibt es Vorteile bei der Skalierbarkeit durch die mögliche Pipeline-Infrastruktur und die Power-To-Gas Energiespeicherung von erneuerbaren Energien. 

Die Batterie macht das Rennen

„Die Brennstoffzelle und die Liquid Fuels fahren wir auf Grundlevel. Sie sind auf einen absehbaren Zeithorizont von mindestens einem Jahrzehnt keine Alternative für PKW-Motoren. Wir brauchen die volle Konzentration auf den Durchbruch der Elektromobilität.” – Herbert Diess, VW-Chef

Es gibt keinen Zweifel daran, dass im VW-Konzern die Batterie das Rennen gemacht hat. Das Aus für den Erdgasantrieb ist ein Nebenprodukt der Fokussierung auf die E-Mobilität und nicht zwangsläufig schlecht. Erdgasautos werden nicht von heute auf morgen verschwinden aber es handelt sich um einen bedeutenden perspektivischen Schritt. Es bleibt abzuwarten, wie VW die Chancen effektiv umsetzt und die E-Mobilität vorantreiben. Der enorme Fokus und die gezielte Konzentration auf Zukunftsthemen sind positive Signale aus dem Management. 

Quellen:

Volkswagen nimmt Abschied vom Erdgas

Volkswagen: Wortlaut Rede Herbert Diess 16.01.2020 – radikal umsteuern

Auto – Volkswagen verabschiedet sich von Erdgas-Autos – Wirtschaft – SZ.de

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